ECOFYS STUDIE ZU SF6 ALTERNATIVEN

Vor ca. zwei Jahren wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit eine Studie über SF6 Alternativen in Auftrag gegeben. Die ECOFYS (eine Gesellschaft zur Erforschung alternativer Energiekonzepte) wurde zusammen mit der ETH Zürich damit beauftragt. In der Zwischenzeit fanden auch zwei Fachgespräche mit den beteiligten Industriezweigen, bei denen auch DILO beteiligt war, statt.

Der Schlussbericht zur Studie wurde im Mai 2018 veröffentlicht. Es konnte ermittelt werden, dass die meisten Emissionen hauptsächlich in der Hochspannungstechnik (>52 kV) auftreten, während der größere Teil des SF6 in Mittelspannungsschaltanlagen in Verwendung ist.

Ebenso wurde bemerkt, dass die technischen Möglichkeiten der Emissionsreduzierung von SF6 in der Mittelspannungstechnik bereits weitgehend ausgereizt sind und hier auch bereits etablierte und SF6-freie Lösungen, wie Luft-, Feststoff oder Vakuumisolierung vorliegen.


Im Jahr 2020 wird ein neuer Bericht für den Einsatz von SF6 in Mittelspannungsschaltanlagen auf europäischer Ebene erwartet, der die Verfügbarkeit von Alternativen nochmals prüfen soll. Die freiwillige Selbstverpflichtung der SF6-anwendenden Industriezweige hat von 1997 bis 2015 bereits zu einem Rückgang der SF6-Emissionen auf ein Drittel geführt.


Als Empfehlung wurde angeführt, diese zu erweitern und zusätzlich ein Monitoring einzuführen, damit die Hauptemissionsquellen eindeutig identifiziert werden können. Hierzu könnte auch die Einführung einer zentralen SF6-Datenbank mit allen Schaltanlagen dienen.

Ein großes Reduktionspotential wird auch dem Austausch von Altanlagen zugeschrieben. Hierbei kommt der Außerbetriebsetzung von Altanlagen besondere Bedeutung zu. Die sachgerechte Rückgewinnung, Wiederverwendung und ggf. Entsorgung sollte laut der Studie auch angesichts der steigenden Mengen weiter verbessert werden. Das SF6 aus den sonstigen Betriebsmitteln, z.B. Messwandlern, das bisher nicht wirtschaftlich vertretbar zurückgewonnen werden konnte, sollte zukünftig berücksichtigt werden.


Vorgaben oder Anreize für bestimmte SF6-Alternativen werden nicht gemacht. Vielmehr soll deren Auswahl durch die Aspekte Klimarelevanz, Gesundheitsrisiken, Kosten und Langzeitstabilität erfolgen. Die künftigen Regelungen sollen auf europäischer Ebene abgestimmt werden. Es wird ferner empfohlen, dass die Industrie einen Substitutionsplan für SF6 aufstellt und zusammen mit der politischen Ebene abstimmt.


Dies soll sicherstellen, dass neue Erkenntnisse mit einfließen können und die Erfolgschancen dadurch besser werden.

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